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Das Kreuz als der Ursprung der Kirche Christi

Das Altarbild von St. Michael
Das Altarbild von St. Michael
Das beeindruckende Altarbild unserer St. Michaels-Kirche stellt folgende Bibelstelle aus dem Johannesevangelium, 19. Kapitel dar:

„Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas und Maria von Magdala."
Und weiter heißt es:
„Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!"
Dann sagte er zu dem Jünger: "Siehe, deine Mutter!" Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich."
Daß dies ein sehr bedeutender Augenblick im Leben Jesu war, wird deutlich, wenn man auch noch die direkt folgenden Zeilen betrachtet:
„Danach, als Jesus wußte, daß nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: "Mich dürstet."

Nach dem also, was zuvor über Maria und den Jünger gesagt wurde, sieht Jesus selber „alles", seine ganze Sendung erfüllt. "Nun", von jetzt an, ist Wirklichkeit geworden, wofür er gekommen ist. Von jetzt an ist nicht nur eines seiner Ziele erfüllt, sondern einfach alles. Sein Leben und Sterben hat nach seiner eigenen Auffassung letztlich diesen Sinn gehabt. Jesus wollte das ermöglichen, was hier mit Maria und dem Jünger geschehen ist und weiterhin geschieht.

Worin liegt nun aber das Besondere, Einzigartige dieses Geschehens?

Jesus selbst ist der Sohn Marias. Nun nennt er den Jünger ihren Sohn. Was Jesus für Maria ist, soll nun auch der Jünger für sie sein. Mit anderen Worten: der Jünger soll für Maria zum Christus werden.
Der Jünger wird dabei gar nicht mit Namen genannt. Zwar hat die Tradition in diesem Jünger gewöhnlich den Evangelisten Johannes selbst gesehen. Es ist aber im Johannesevangelium von diesem Jünger immer nur die Rede als von „dem Jünger, den Jesus liebte". So steht er im Grunde für jeden wahren Jünger Jesu. Er steht also auch für jeden, der heute an Jesus Christus glaubt und ihn liebt.

An den Jünger wendet sich Jesus erst, nachdem er ihn für Maria an seine eigene Stelle gesetzt hat. Jetzt sagt er auch zu ihm:"Siehe, deine Mutter".
Was Maria für Jesus ist, nämlich die Mutter, soll sie nun auch für den Jünger werden. Der Jünger - und damit auch wir - können sie so als Mutter ansehen, wie sie die Mutter Jesu ist.

Der Jünger ist für Maria an die Stelle Jesu getreten. Und für den Jünger ist Maria so zur Mutter geworden, wie sie es für Jesus selbst ist.

Warum ist, wenn das geschieht, die ganze Sendung Jesu vollendet, erfüllt? Die Antwort ist: Hier kommen Menschen zueinander in genau das gleiche Verhältnis, in welchem sie zu Jesus stehen oder Jesus zu ihnen steht. Wir Menschen sollen uns diesem Wunsch Jesu gemäß in ihm miteinander verbunden wissen. Und wo solche Gemeinschaft Realität wird, da wird einer dem anderen zum Christus.

Das schließt nicht aus, sondern ganz und gar ein, daß es dabei auch um alltägliches Füreinander-Sorgen und Miteinander-Arbeiten geht. Deshalb heißt es, daß der Jünger Maria zu sich nahm.
Er nahm sie in sein Haus auf. Es geht dabei um Gemeinschaft im Alltag. Aber der eigentliche Grund gerade auch dieser alltäglichen Gemeinschaft ist, daß wir miteinander um Jesu willen verbunden sind.

So ist uns vor Augen geführt, was Kirche für uns wirklich sein sollte. Es genügt nicht, allein im Glauben miteinander Gemeinschaft zu haben. Dann würde man die Botschaft des Glaubens nur wie im verschlossenen Briefumschlag übernommen haben. Verstanden hätte man sie damit allein noch nicht.
Wirklich Glaubende sind vielmehr Menschen, denen auch in Ihrem Alltagsleben aneinander liegt. Paulus beschreibt es so: „Sich freuen mit denen, die sich freuen, und weinen mit denen, die weinen" (Röm 12,15).
So ist alle wahre Liebe und alle wahre Gemeinschaft von Menschen nach unserem Glauben von der Idee Jesu, von seinem Geist erfüllt. Dieser Heilige Geist ist seine österliche Gabe an uns.

nach: Peter Knauer: Unseren Glauben verstehen

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