Der Kreuzweg in der Pfarrkirche St. Michael
Als Kreuzweg (Weg des Kreuzes) bezeichnete man ursprünglich
die Nachahmung der Via Dolorosa (Schmerzhafte Straße) in Jerusalem als Stationenweg vor Wallfahrtskirchen.
Aus dem Heiligen Land zurückgekehrte Pilger legten Nachbildungen der heiligen Stätte in ihrer Heimat an. Oftmals übertrugen sie exact die Länge der Via Dolorosa auf ihren heimischen Kreuzweg. Das Ziel der in der Heimat angelegten Kreuzwege war nicht selten ein Kalvarienberg (lat. calvariae locus: Schädelstätte), auf dem eine
Grabeskirche oder die Kreuzigungs-Darstellung aufgebaut war.
Diejenigen, die es sich nicht leisten konnten, selbst nach Jerusalem zu
pilgern, wollten sich wenigstens geistig auf den Leidensweg Jesu Christi
begeben, wie er seit dem Mittelalter in Jerusalem mit mancherlei
frommen Ausschmückungen gezeigt und beschritten wurde.
Vierzehn Stationen Seit der Zeit um 1600 wurden 14 bebilderte Stationen errichtet.
Sie zeigten den Weg Jesu von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zum Tod und zur Grablegung. Als 15. Station diente die jeweilige Kirche als
Abbild der Grabes- (und Auferstehungs-) Kirche von Jerusalem.
Bald verlagerte sich die Andachtsform in die Kirchen, wo
man an den Wänden 14 Stationen markierte, und zwar mit
Holzkreuzen, unter denen sich meist eine bildliche oder plastische
Darstellung des Stationsinhaltes findet. Obwohl dieser Kreuzweg
zunächst auf Kirchen des Franziskanerordens beschränkt war,
blieb wegen der großen Beliebtheit dieser Andachtsform
schließlich kaum eine römisch-katholische Pfarrkirche mehr ohne die Darstellung der 14 Stationen.
Die Kreuzwegstationen in unserer Pfarrkirche in Heroldsbach sind Stiftungen aus der Bürgerschaft der Pfarrei und Umgebung aus der Zeit des Kirchenneubaus (1895). Die im "Nazarener-Stil" errichteten Stationen wurden 1997 anläßlich des 100-jährigen Jubiläums der Kirche restauriert.
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Jesus wird zum Tode verurteilt. (gestiftet von Anna Marg. Lang, Thurn)
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Jesus nimmt das Kreuz auf sich. (gestiftet von Gertraud Freund, Thurn) |
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Jesus fällt das erste Mal. (gestiftet von Anna Reck, Poppendorf) |
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Jesus begegnet seiner Mutter. (gestiftet von Matth. Lindenberger, Heroldsbach) |
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Simon hilft Jesus das Kreuz tragen. (gestiftet vom St. Joseph-Verein Heroldsbach) |
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| Veronika reicht Jesus das Schweisstuch. (gestifvon Dorothea Mauser Heroldsbach) |
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Jesus fällt das zweite Mal. (gestiftet von Margareta Dittrich, Weppersdorf) |
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Jesus tröstet die weinenden Frauen (gestiftet von Georg Müller, Dechsendorf) |
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Jesus fällt das dritte Mal. (gestiftet von Johann BIrkner, Adelsdorf) |
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Jesus wird seiner Kleider beraubt. (gestiftet von Heinrich Müller, Oesdorf) |
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Jesus wird an das Kreuz genagelt. (gestiftet vom Militärverein Heroldsbach-Thurn) |
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Jesus stirbt am Kreuze. (gestiftet in honorem S.S. Cordis Jesu) |
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| Jesus wird vom Kreuze abgenommen. (gestiftet von der Rosenkranzbruderschaft) |
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Jesus wird in das Grab gelegt. (gestiftet von Marianni u. Georg Gösswein, Wimmelbach) |
Der Kreuzweg und mein Leben Der Leidens- und Kreuzweg
Jesu ist nicht Historie, nicht Vergangenheit. Er ist in jeder Zeit
Gegenwart. Tag für Tag leiden Menschen, und mit jedem leidet
Christus mit. Im Glauben weiß ich, dass es kein Leid, keinen
Leidensweg gibt, den er nicht mitgeht. Tag für Tag erfahren
Menschen die erlösende und befreiende Kraft, die der Glaube an
die Auferstehung schenkt; sie stehen auf aus dem Grab der
Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung; denn sie wissen, dass Jesus mit
ihnen ist. Ich hoffe, dass auch mir das hilft, nicht am Boden
liegen zu bleiben, sondern wieder aufzustehen und weiterzugehen, wenn
es einmal ganz dick kommt.
Wie betet man den Kreuzweg? Es ist ein meditatives
Beten. Man kann zuerst auf die einzelnen Stationen dieses Weges
schauen und die Bilder des Künstlers auf sich wirken lassen.
Wichtig ist, zu einer inneren und persönlichen Schau des
Geschehens zu kommen. Stellen sie sich einfach vor, Sie sind mit
Jesus auf dem Weg von Pilatus unterwegs zur Schädelhöhe.
Sie sind einer oder eine in der Menge und erleben alles mit. Sie
identifizieren sich mit dieser oder jener Person, die da am Weg steht
oder handelnd beteiligt ist. Vielleicht finden Sie sich auch in
der Person Jesu wieder - als Geschlagener, Verurteilter, Fallender,
Angenagelter... In jedem Fall versuchen Sie, ihn anzusprechen. Darum
endet jede Betrachtung einer "Station" mit dem Gebet, das
um so besser ist, je mehr es zum persönlichen Gebet wird.
Wir beten Dich an, Herr Jesus, und preisen Dich, denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die Welt erlöst.
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