Was ist wenn? | Mitarbeiter | Kirchen | Kindergärten | Aktuelles | Gottesdienste | Spirituelles | Gemeindeleben
Boxbild
  Druckversion   Seite versenden

Gedanken von Pfarrer Franz Noppenberger


Advent ist im Dezember“


Liebe Leserinnen und Leser unseres Pfarrbriefes „Akzente“!

Herzlich grüße ich Sie, diesmal schon zeitlich früher als Sie es gewohnt sind. Denn wir wollen Ihnen die neue Ausgabe der „Akzente“ schon zu Beginn des neues Kirchenjahres zukommen lassen mit all den Veranstaltungen, die schon in dieser Zeit geplant sind. Denn die Adventszeit, die dann beginnt, ist eine sehr ansprechende und daher auch intensive Zeit; und diese Zeit, die Adventszeit, ist nicht schon im September und auch nicht im Oktober, sondern im Dezember, wie ein Motto des Deutschen Katholischen Frauenbundes richtig sagt. Auch wenn in den Geschäften der Verkauf von adventlichen Artikeln, von Plätzchen, Spekulatius, Christstollen und anderen Dingen schon nach den Großen Sommerferien beginnt, ist trotzdem der „Advent erst im Dezember“. Denn Advent ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten.

Weihnachten beginnt nicht am 1.Adventssonntag

Die Adventszeit beginnt am Vorabend des 1.Advents-Sonntag, wenn in der Kirche die Adventskränze und adventlichen Zeichen gesegnet werden und am Adventskranz in der Kirche die erste Kerze angezündet wird. Es ist falsch, wenn wir diese Zeit als Weihnachtszeit bezeichnen. Weihnachten – und somit auch die Weihnachtszeit -- beginnt, wenn in der Kirche am Heiligen Abend die festliche Mitternachtsmette gefeiert und uns das Weihnachts-Evangelium verkündet wird. Die Zeit, die am ersten Adventssonntag beginnt, ist die Adventszeit. Advent kommt vom lateinischen Wort „adventus“ und heißt übersetzt „erwarten, Ausschau halten“. Gott will auch heute kommen im Jahre 2011 und will Einlass erhalten in uns selbst, in unseren Familien und in unseren Gemeinschaften. Wird Gott heute einen Platz finden in unserer Welt? Oder wird es Gott ergehen wie damals in Bethlehem, wo in der Herberge kein Platz für Joseph, Maria und das Kind war? Im Advent halten wir Ausschau nach dem Neuen und Unerwarteten, das Gott uns und unserer Zeit und unserer Welt heute schenken will. Darum beginnt auch mit dem ersten Adventssonntag ein neues Kirchenjahr.

Dreifaches Warten auf den Herrn

Im Advent warten wir auf das Kommen Jesu Christi, unseres Herrn, in dreifacher Weise:

  1. Wir warten auf Weihnachten, auf das Fest der Geburt Jesu Christi. Auf die Feier dieses Festes bereiten wir uns vor. Die violette Farbe der liturgischen Gewänder weist darauf hin. Denn das Fest der Geburt Jesu damals in Bethlehem war für unsere Welt ein überaus wichtiges Ereignis. Gott kam in unsere Welt und machte somit deutlich: die Welt, die ich geschaffen habe, ist mir nicht egal. Ich liebe diese Welt, und auch die Menschen, die auf dieser Welt leben. Deshalb wurde auch unsere Zeitrechnung auf dieses Ereignis ausgerichtet.

2. Wir warten auf das Kommen des Herrn am Ende der Zeiten. Diese Welt geht auf ihr Ende zu. Doch sie wird nicht in ein Nichts zurückfallen. Jesus Christus wird wiederkommen, um diese Welt zu vollenden und sie zum Vater zu führen. Das ist der zweite Grund des Advents: das Warten auf das Kommen Jesu Christi am Ende der Zeiten. Dann wird die neue Erde und der neue Himmel Wirklichkeit, in der es nur noch Gerechtigkeit, Wahrheit, Frieden, Liebe und Einheit, ein Leben ohne Schmerz, Krankheit, Leid, Tränen geben wird.

3. Wir warten aber auch auf die Begegnung mit Jesus Christus als unseren Herrn am Ende unseres Lebens und bereiten uns auch darauf vor. Wenn unser Leben auf dieser Erde zu Ende geht, dann werden auch wir nicht in ein Nichts zurückfallen, sondern Jesus Christus, unser Herr und Bruder, wird uns erwarten, um uns ganz persönlich zu vollenden, um alles Bruchstückhafte unseres Lebens recht zu machen und uns Gott, dem Vater zuzuführen, damit wir in seiner liebenden Gemeinschaft für immer sein und leben können.

Sich als Christinnen und Christen nicht blenden lassen

Lassen wir uns nichts vormachen! Bestimmen wir letztlich durch unser Verhalten, was geschieht. Unterstützen wir die Aktion des Deutschen Katholischen Frauenbundes „Advent ist im Dezember!“ Wenn wir nicht schon im September, Oktober und November hingehen und die Dinge kaufen, die eigentlich in die Adventszeit gehören, dann werden die Geschäfte gezwungen werden, auch ihre Angebote zu verändern, und die adventlichen Artikel wirklich erst in der Adventszeit anzubieten. Advent ist eben im Dezember und nicht früher.

 

Liebe Leserinnen und Leser!

 

Ich lade Sie ein: feiern wir Advent als frohe wie als stille, besinnliche Zeit, als eine Zeit, in der auch das Gefühl nicht zu kurz kommt. Beides schließt sich nicht aus. Denn besinnlich, aber mit freudigem Herzen warten wir auf Jesus Christus, auf das Fest seiner Geburt, auf sein Kommen in Herrlichkeit. Es liegt an uns, was wir aus dieser Zeit vom ersten Adventssonntag bis zum Heiligen Abend machen. Wir bestimmen letztlich selbst, ob wir am Heiligen Abend abgehetzt und müde, oder ob wir vorbereitet sind, dem begegnen zu können, dessen Geburtsfest wir feiern, und der an Weihnachten in unseren Herzen ankommen und geboren werden möchte.

 

Advent ist im Dezember“ und „Weihnachten beginnt mit der feierlichen Christmette“. Lassen wir uns von diesen Worten leiten in den kommenden Wochen. Dann wird Wirklichkeit, was ich ihnen wünsche:

 

eine besinnliche und zur Ruhe und zur Herzensfreude führende Adventszeit

und ein gesegnetes, gnadenvolles Weihnachtsfest.

 

Ich wünsche Ihnen auch schon ein – wie es fränkisch heißt --- ein glückseliges Neues Jahr, ein Jahr des Herrn 2012.

Ihr Pfarrer Franz Noppenberger

 

********************************************************

Christsein in Freude und Dankbarkeit, ohne Angst

 Liebe Leserinnen und Leser unseres Pfarrbriefes „Akzente“!

Herzlich grüße ich Sie in der neuen Ausgabe der „Akzente“, des gemeinsamen Pfarrbriefes unseres Pfarreien-Verbundes und wünsche Ihnen allen, Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Senioren, Gesunden und Kranken, Einheimischen und Fremden eine gute von Gott gesegnete Zeit. Jede Zeit ist Gottes Zeit, ganz gleich, ob wir beten oder arbeiten, in der Schule sind oder hinter dem Verkaufstisch stehen, ob wir am Computer sitzen oder in der Natur wandern, ob wir tätig sind oder ruhen. Gott schenkt uns die Zeit. Was wir aus ihr machen, liegt an uns. Das gilt auch für die Zeit der Ferien und des Urlaubs, die vor uns steht. Ich wünsche Ihnen, dass sie immer eine erfüllte Zeit erleben, eine von Gott gesegnete Zeit, die sie Freude spüren und erfahren lässt.

 

Jede Zeit ist Gottes Zeit, auch heute
Auch die Zeit, in der wir jetzt stehen, ist Gottes Zeit, uns von IHM geschenkt. Es ist auch die Zeit, die der Kirche geschenkt ist. Was macht sie, was machen wir aus dieser Zeit? Wie gestalten wir sie? Oder lassen wir uns nur von ihr beeinflussen, uns nur von ihr gestalten? Wie eine Zeit ist, was aus ihr wird, ob gut oder schlecht, das entscheiden auch alle mit, die in dieser Zeit leben. Als Christinnen und Christen wissen wir: Unser Gott geht mit uns auf dem Weg durch die Zeit. Er wird alles schenken, was wir nötig haben, damit diese Zeit gelingt, dass sie uns Erfüllung und Freude schenkt, nicht Angst macht. Auch heute ist es nicht eine Zeit, zu jammern, sondern eine Zeit, zu wagen, Mut zum Experimentieren zu haben, Neues anzugehen, nicht „Asche zu bewahren“ sondern die Glut weitertragen und das Feuer neu zu entzünden. Nicht das Bewahren, sondern das „Sich-bewähren“ ist der Grundauftrag der Christinnen und Christen, der christlichen Gemeinden wie der gesamten Kirche. Dazu gehört, dass jede einzelne Christin, jeder einzelne Christ wie auch jede christliche Gemeinde und die gesamte Kirche sich jeden Tag ins Bewusstsein ruft, dass sie auf dem Weg ist, auf dem Weg mit vielen Menschen, die ihnen anvertraut sind, Menschen, die suchen, fragen, Menschen, die hoffen und bangen, Menschen, die sich freuen und die traurig sind, Menschen, die lachen und weinen, Menschen, die verschiedene Erfahrungen in ihrem Leben schon gemacht haben, die Liebe, Achtung, Anerkennung, aber auch Missachtung, Entwürdigung oder Hass erfahren haben.

 

Die Zeichen der Zeit sehen und erkennen, sie im dem Hören auf das Wort Gottes deuten und die Welt im Lichte der Gnade und Liebe Gottes erneuern,
das hat das II. Vatikanische Konzil uns aufgetragen. Realistisch die Zeit sehen, aber dadurch nicht mutlos werden, sondern mit Visionen den Blick auf die Gegenwart und die Zukunft richten, das ist den Christinnen und Christen und den christlichen Gemeinden aufgetragen. Handeln sollen wir, orientiert am Evangelium und an den Erfordernissen der Zeit. Das heißt sicherlich nicht, die Zeit zurückzuschrauben, oder der guten alten Zeit nachzutrauern, das heißt auch nicht, den Leuten den Frust herausreden und alles beim Alten lassen. Gott verlangt von uns den Mut, jeden Tag und jede Stunde neu aufzubrechen und den Erfordernissen der Zeit gerecht zu werden, um so vom Glauben und vom Evangelium Zeugnis zu geben, die Menschen um uns herum neugierig zu machen für den Weg, den Jesus weist. Jesus war für die Menschen da, und so war den Menschen Gott ganz nah.

 

Zeigen, was wirklich zählt
Christinnen und Christen, die christlichen Gemeinden müssen zeigen, was wirklich zählt, dass das Leben mehr bietet und mehr ist als Geld und Reichtum, als Wachstum der Wirtschaft, als rennen, schuften und zu funktionieren, bis die Zunge heraushängt.

Unsere Aufgabe ist es, den Spuren Jesu Christi zu folgen, für die Menschen da zu sein, ihnen zu signalisieren: „Du bist nicht fern von Gott, den Gott lebt ja in dir. In der Tiefe deines Seins ist Gott bei dir, der Funke des göttlichen und ewigen Lebens. Spüre in dein Herz und du wirst spürst den Atem Gottes in dir. Dieser Atem Gottes gibt dir Leben, Leben auch über den Tod hinaus, Leben groß und weit bis in die Ewigkeit.“

Liebe Leserinnen und Leser! Gott ermutigt uns Tag für Tag zum Leben, zur Freude. Er will das Glück der Menschen. Lassen wir uns immer wieder ermutigen, zu leben in Freude und Dankbarkeit. Wir können Gott trauen und vertrauen heute an diesem Tag und immer, bis wir in der liebenden Gemeinschaft mit Gott für immer leben dürfen, das meint

 

Ihr Pfarrer Franz Noppenberger

 

Ich wünsche allen eine schöne, erholsame Ferien- und Urlaubszeit, viele gute und bereichernde Erfahrungen und eine gesunde Heimkehr, erholt an Leib, Seele und Geist.

 

************************************

 Die Stille ist der Atem des Gebets, der Atem des Lebens

Ohne Atem gibt es kein Leben, ist nichts lebendig, kann nichts leben. Der Atem inspiriert zum Leben. Die Stille ist der Atem jedes Gebetes. Nur aus der Stille heraus kann ein Mensch beten. Indem er auf Gottes gutes Wort hört und es ermöglicht, dass es sich in sein Herz einsenken kann, kann es als Gebet zu Gott aufsteigen. Beten braucht das Hören, und hören können wir nur, wenn es um uns herum und auch in uns still wird und ist. Dann berührt uns Gott, der tief in unserem Innern wohnt, dann kommen wir mit dem Atem Gottes in Berührung, und wir erkennen, wie uns Gott gewollt hat. Wenn wir still werden, entsteht in unserem Innern Friede und Freiheit, weil wir dann uns sehen lernen, wie wir sind, mit den Licht- und Schattenseiten unseres Lebens. So entdecken wir die Quellen des Lebens und der Lebendigkeit, die Gott in uns hineingelegt hat.

Stille lässt uns spüren, dass Gott da ist und auch wir da sind

Auch ein Gottesdienst lebt von der Stille, denn in der Stille wird Gottes Gegenwart spürbar, atmen wir sie gleichsam ein. Dann entdecken wir: nicht wir sind es, die beten und singen, sondern Gottes Heiliger Geist betet und singt in uns und macht uns so zu einer Gemeinschaft des dreifaltigen Gottes. In jedem Gottesdienst soll dies spürbar werden.

So ist es für uns Menschen notwendig, dass es am Anfang nach der Begrüßung und Einführung in den Gottesdienst eine Stille gibt, damit wir im Gottesdienst ankommen, damit wir als ganzer Mensch anwesend sein können. Es braucht einen Moment der Stille und des Innehaltens nach dem „Lasset uns beten“, damit wir im Innern mitbeten können, dass es nicht nur ein Gebet des Priesters oder des Vorbeters wird, sondern unser Gebet an Gott.

Nach den Lesungen, dem Evangelium und der Ansprache ist Stille notwendig, damit das Wort Gottes sich wie ein Samenkorn in uns einpflanzen kann, um wachsen und Frucht bringen zu können. Nachdem wir die Kommunion empfangen haben, ist wieder Stille nötig, damit wir persönlich mit Jesus, dem Brot des Lebens, in Kontakt treten und Jesus danken können, damit ein stilles Zwiegespräch stattfinden kann.

Jesus als Vorbild.

Jesus ist uns darin Vorbild. Wie oft erzählen die Evangelien, dass Jesus auf dem Berg gegangen ist, weit weg von den Menschen, die er gelehrt und geheilt hat, um mit Gott allein zu sein. Nur so, aus der Stille heraus, konnte er den Willen des Vaters erkennen und auch vollbringen.

Stille ermöglicht ein reifes Menschsein und ein reifes Christsein. Aus der Stille vor Gott können wir mit den Menschen in Kontakt treten. Stille schirmt einen Menschen nicht von den Menschen ab, hebt ihn auch nicht vom Leben ab, sondern erdet ihn, lässt den Menschen auch ganz offen werden für den Menschen, befähigt ihn, mit den Menschen Freude und Trauer, Hoffnung und Angst zu teilen. Wir werden stille, um ganz Ohr und unser Herz wirklich ganz zu öffnen für Gott und für die Menschen.

Räume und Orte der Stille suchen die Menschen heute

Wenn unsere Gottesdienste nicht Orte werden, die sich von der Hektik der Welt unterscheiden, nützen sie niemanden. Wenn in unseren Gottesdiensten Menschen nicht Räume der Stille finden und aufatmen können, was können sie dann den Menschen noch bieten?

Der bekannte Komponist und Dirigent Leonhard Bernstein sagte: „Stille ist unsere höchste Form der Aktivität. In der Stille erhält jeder Mensch die Möglichkeit der Größe…“

Nur wenn wir zulassen, dass unsere Gottesdienste auch von Zeiten der Stille geprägt werden, werden sie für die Menschen attraktiv und ein-ladend, weil der Atem Gottes in ihnen zu spüren ist. Und Gott spürbar werden zu lassen in unserer Welt, mitten unter uns, das ist ja der Sinn der gottesdienstlichen Feier, all unseres Betens und Singens.

Geh in die Stille

Geh in die Stille, und du wirst dich dort finden.

Geh zu dir, und du wirst Gott finden.

Geh zu Gott, und du wirst dich in der Welt wieder finden.