Adventskonzert von erlesener Vielfalt
Drei gemischte Chöre, begleitet durch verschiedene Solisten und dem Klosterorchester Forchheim begeisterten die Zuhörer in der Pfarrkirche Sankt Michael Heroldsbach. Das gemeinsame Adventskonzert im Rahmen des 75jährigen Bestehens des Kirchenchores Heroldsbach erwies sich als überwältigender Erfolg und als musikalischer Kunstgenuss auf gehobenem Niveau.
Neben dem hohen klanglichen wie künstlerischen Format aller Beteiligten war es nicht zuletzt die faszinierende Vielfalt des mit besonders attraktivem und oft auch seltenem Repertoire aufwartenden Programms, welche den Abend weit über das Niveau gängiger Adventskonzerte hob. Zur Einleitung zelebrierte Dr. Christof Meier an der großen Kirchenorgel das „Canzona in G“ von Dietrich Buxtehude, was die Zuhörer zur Ruhe kommen ließ und auf die nachfolgenden Darbietungen einstimmte. So war der Boden bereitet für den Kirchenchor Heroldsbach unter der Leitung von Hugo Schleicher: Auf der bei uns relativ unbekannten sakralen, aber mit viel Gefühl vorgetragenen Weise aus der Steiermark „Es wird ein Stern aufgehen“ folgte mit „ Von Gott der Engel Gabriel“ ein wohlklingender fränkischer Adventssatz. Mit „Halleluja, es ist Advent“ wurde anschließend vom Kirchenchor Wimmelbach unter der Leitung von Maria Kemeth fröhlich und unbeschwert das Stück „Maria, unsere liebe Frau“ verkündet. Jedoch schon das nachfolgende „Gegrüßet seist Du Maria“ vom Chor, begleitet durch Solistin Susanne Gügel, holte die Zuhörer wieder zurück in eine andächtige Stimmung. Mit dem Stück „Ohne Anfang, ohne Ende“, begleitet an der Orgel von Franz-Josef Saam und an der Querflöte von Kristina Kemeth, erklang dann ein Beweis dafür, dass guter Chorgesang mit Instrumentalbegleitung nicht nur professionellen Darstellern vorbehalten bleiben muss. Mit „Rorate, ach tauet ihr Himmel“, den der Chorleiter des nachfolgenden Klosterchores, Franz-Josef Saam, selbst gesetzt hat und Variationen des auch bei uns bekannten Liedes „Uns kommt ein Schiff geladen“ von Hans Kulla, wurde das anspruchsvolle Programm fortgesetzt. „Breite das Licht des Himmels aus“, so die Bitte von Diakon Andreas Eberhorn vor dem "Rorando caeli defluant" des tschechischen Dichters und Komponisten Vodnansky. Der Klosterchor im Wechsel mit jeweils zwei weiblichen und zwei männlichen Solisten, begleitet vom Klosterorchester: Ein rhythmisch anspruchsvolles Unterfangen, was aber von allen Beteiligten hervorragend umgesetzt wurde! Bewundernswert anschließend die Textverständlichkeit der Altistin Johanna Schatz. Mit ihrem warmen Timbre konnte sie in der Alt-Arie „Bereite dich Zion“ aus dem Weihnachts-Oratorium von Johann Sebastian Bach sowohl kräftig gestalten aber auch mit lieblichem und kultiviertem Ausdruck singen und zusammen mit Hugo Schleicher am Cembalo und dem Klosterorchester so zu einem wahren Hörgenuss beitragen. Der Klosterchor antwortet mit getragener Wärme „Wie soll ich dich empfangen“ auf die Melodie „O Haupt voll Blut und Wunden“. Typisch für Bach. Die Musik deutet an, dass Krippe und Kreuz zusammen gehören und das Kreuz das Ziel der Menschwerdung Gottes ist. Nachdem Andreas Eberhorn Gedanken zu „Sternstunden“ vortrug, war es dem Klosterorchester vorbehalten, mit dem „Concerto grosso in g-moll op. 6 Nr. 8“ des italienischen Komponisten Arcangelo Corelli unter der Leitung von Franz-Josef Saam, begleitet von Hugo Schleicher am Cembalo, einen instrumentalen Höhepunkt zu setzen. Vor allem beim abschließenden Allegro trugen Johanna und Ulrike Schreyer an der Violine und Birgit Schmidt am Violoncello das in dieser Passage des Stückes so hervortretende Wechselspiel der Streicher auf hohem künstlerischen Niveau vor. Ruhig, teils fast schon elegisch dann das nachfolgende „Ich harrete des Herrn“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy für zwei Solistinnen, begleitet am Piano von Hugo Schleicher. Martina Heilmann, gefühlvoll auch die höchsten Passagen meisternd und Traudi Harrer, ausdrucksvoll und intensiv, ergänzten sich prächtig, ließen bei manchem Zuhörer die berühmte Gänsehaut entstehen und sorgten sicherlich für die innigsten Momente des Konzerts. Mit den Psalm 62, 2 und 17 „Meine Seel ist stille zu Gott“ , welcher anspruchsvoll durch den Komponisten Moritz Hauptmann gesetzt wurde, überzeugte anschließend intonationssicher der Kirchenchor Heroldsbach. Nicht alltäglich auch das nachfolgende „Magnificat: Meine Seele preist die Größe des Herrn“ des englischen Komponisten Alan Wilson, welches vom Kirchenchor Heroldsbach, vom Klosterchor Forchheim und begleitet an der Orgel von Martina Heilmann unter der Gesamtleitung von Hugo Schleicher ausgezeichnet vorgetragen wurde. Mit dem Satz von William Henry Monk „Bleibe bei uns, Herr“ wurde von allen drei Chören ein harmonischer und voluminöser Schlusspunkt zu einem außergewöhnlichen Konzertabend gesetzt, den die Zuhörer in der voll besetzten Pfarrkirche Sankt Michael Heroldsbach mit lang andauerndem Applaus honorierten und der sowohl bei allen Beteiligten als auch den Zuhörern noch länger nachwirken dürfte. Stephan Buchner
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